Kabinett

Strawalde
Zeitraum
Voraussichtlich Juni 2021 bis Juli 2021
Eröffnung
Wird rechtzeitig bekanntgegeben
Strawalde 10.III.2001, 2001

Jürgen Böttcher wurde 1931 im sächsischen Frankenberg geboren. Wenig später zog seine Familie nach Strahwalde in der Oberlausitz. Aufgewachsen in den Jahren des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges haben die Erfahrungen dieser Zeit Böttchers weiteres Leben geprägt und beschäftigen ihn bis heute. Von 1949 bis 1953 studierte er bei Wilhelm Lachnit an der Dresdner Kunstakademie. Als freischaffender Maler gab er auch Kurse an der Volkshochschule; hier unterrichtete er unter anderem später bekannte Maler wie Peter Graf, Peter Makolies, Peter Herrmann und Ralf Winkler (alias A. R. Penck).

Von 1955 bis 1960 absolvierte Böttcher ein Regie-Studium an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. In den 70er- und 80er-Jahren drehte er vorrangig Dokumentarfilme, die ihn auch international bekannt machten. Ab Mitte der 80er-Jahre trat er unter dem Pseudonym „Strawalde“ wieder verstärkt als Maler in Erscheinung. 1989 wurde Jürgen Böttcher Mitglied der Akademie der Künste; in der Folgezeit gab es weltweit eine Reihe vielbeachteter Expositionen seiner Werke. In unserer Ausstellung sind neben frühen Zeichnungen und Bildern auch einige seiner bekannten Postkartenübermalungen zu sehen.

Der kreative Prozess ist abenteuerlich, die Bilder entstehen als Ablagerungen von Erfahrungen, mehr oder weniger verschlüsselt – mir selber erstmal fremd, wie aus einem Spiralnebel heraus. So male ich nicht, was ich weiß, was ich schon kann, sondern was mir noch unbekannt ist. Ein Bild kristallisiert sich Schicht um Schicht heraus. Zuerst sind da oft große Bewegungsschwünge, Farbbatzen, Gerinnsel. Dabei genießt man vor allem, dass man das mit den Händen, dem ganzen Körper macht. Das Rhythmische, fast Tänzerische bestimmt die ersten Phasen, eine Tonart der Farbklänge schält sich heraus und so weiter. Das Abschmecken bestimmter Farben, die verschiedene Dichte der Pasten und deren Übergänge – das ähnelt dem Kochen einer unbekannten Mahlzeit. Dieser Genuss, wenn man in ein seidiges, opales Weiß einen Hauch Umbra mischt, oder Caputmortuum mit einer Prise Indigo. Dazu das Phänomen der Stofflichkeit – Malerei ist ja nicht bloß Form, Farbigkeit und Rhythmus. Farbe kann mal wie staubiger Sand, mal wie verwitterter Teer oder gleißendes Metall erscheinen. Man hat ja seit frühester Kindheit Millionen von Zauberdingen gespeichert. Im gesamten Malprozess gibt es aber die Phasen der Kontrolle, der Umschichtungen, Übermalungen, der Zweifel und durchaus auch Denkprozesse. (Strawalde im Gespräch mit Beate Thurow, 1998)

Aktuelle Ausstellung

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